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Ein Leo gibt Gas und Sigi sitzt VOR dem Sattel

Dienstag, den 27. Dezember 2011 um 14:40 Uhr | Geschrieben von: Siegfried Jahnel | PDF Drucken E-Mail

Ein erster und völlig subjektiver Bericht von unserem Wochenende mit Phillipp. Ein etwas objektiverer wird folgen Winken.

Bilder gibt's hier Klick

 

Das kleine, drahtige Rind rennt an der Bande entlang. Ein Auge etwas nach hinten gerichtet, sucht es die Flucht vor dem schwarzen Quarter Horse Wallach, der etwas seitlich versetzt hinter ihr her ist. Doch das Rind hat keine Chance. Der Wallach schiebt sich mit zwei mächtigen Galoppsprüngen an ihm vorbei und schneidet ihm den Weg ab. Die nächsten Aktionen ereignen sich fast zeitgleich innerhalb eines Augenblickes: Das Zebu wendet und rennt in der entgegen gesetzten Richtung die Bande entlang, das Pferd schiebt seine Hinterhand tief unter den Schwerpunkt und gräbt seine Hufe in den Sand. Noch während des Stopvorgangs dreht es sich und galoppiert wieder hinter dem Rind her. Zuerst verhalten, um dem Rind einen kleinen Vorsprung zu lassen, dann blitzschnell zum nächsten Fence Turn. Während der gesamten Situation sitzt der Reiter tief im Sattel und bildet mit dem Pferd eine verschmolzene Einheit. Die Szene wiederholt sich immer und immer wieder. Die Zuschauer auf der Tribüne pfeifen anerkennend. Und selbst die notorischen Englisch-Reiter unter ihnen spielen sich mit dem Gedanken, ihr Warmblut gegen ein Quarter Horse zu tauschen.
Der Wecker läutet und ich schlage verärgert – war es doch gerade so schön - auf den Stopp-Button.  Es ist Samstag, der 26. November und heute beginnt der Working-Cow-Horse-Kurse mit Philipp Martin Haugg. Meine miese Morgenlaune schlägt sofort in freudige Aufregung um.
Einige Stunden später sitze ich real im Sattel und mache mit meinen Kurskollegen Trockenübungen: ” Aggressiver Stop, sauberer Turn, aggressiver Antritt.“, hatte Philipp gesagt. Es klappt mehr schlecht als recht,  denn mein Pferd sieht meist keinen Grund für Eile.

Endlich stehen elf bunte Zwerg-Zebu vor mir. Ich reite näher und dränge ein einzelnes aus der Herde. Das Zebu ist schnell, verdammt schnell sogar. Aber hatte mein guter, alter Leo bei den Trockenübungen noch kläglich versagt, so liesen diese kleinen schnellen Biester seinen Cow-Sense erwachen und uns eine relativ passable Performance auf den Sand legen.
In der Zwischenzeit haben unsere braven Helfer in wahres Labyrinth aus Pens, Treibgängen und Chuts vor der Halle aufgebaut und wir können uns am einzelnen Rind messen. „Down the fence!“, ist das Motto dieses Nachmittags.
Das Schiebetor  öffnet sich und ein frech dreinblickendes Zubu wird in die Halle geschubst. Es schaut mich kurz herausfordernd an und rennt weg. Ich kann es an der Bande halten, aber Leo will nicht überholen. Erst ein paar Klatscher mit dem Quirt meiner Romals können ihn überzeugen. Und er versteht das Spiel! Bei den Stopps und Turns merke ich, dass es mich immer wieder aus dem Sattel hebt. “Das ist nicht gut.”, denke ich mir noch. Die Runs werden schneller und die Stopps aggressiver. Ein weiterer Run, Leo überholt, das Rind dreht, Leo stoppt selbstständig und hart.  Meine sind noch treibend Füße  sind (zu) weit hinten. Fliehkräfte zerren an meinem Oberkörper und ich merke, dass das nicht gut gehen wird...
An dieser Stelle schalte ich kurz in die Sichtweise meines Pferdes um. (Da Leo seine Kindheit in Nordamerika verbracht hat, denkt er natürlich in englisch): „Holy shit! What’s going on? Why is my rider sitting on my neck? I better freeze before I loose him!“. Und so geschah es dann auch. Ich rutschte über das Horn und lag im nächsten Moment auf Leo’s Hals. Brav wie er nun mal ist, erstarrte er sofort und senkte langsam den Kopf, damit ich fein säuberlich herunterrutschen konnte. Nix war passiert und es konnte weitergehen.
Rinderarbeit ist eben immer Action!
Und die Moral von der Geschicht’: Sättel mit Equitation Seat sind was für Trail und Pleasure. Für Working Cow Horse brauchst Du einen echten Cowboy-Sattel.

Vielen Dank an alle, die an diesem tollen Wochenende mitgewirkt haben. Und an alle, die weiterhin an mich glauben.


Euer Sigi.  

Aktualisiert (Montag, den 02. Januar 2012 um 08:22 Uhr)

 

Versatility Ranch Horse Turnier auf der Sherwood Ranch am 26. Juni 2011

Dienstag, den 05. Juli 2011 um 12:08 Uhr | Geschrieben von: Siegfried Jahnel | PDF Drucken E-Mail
Ich hatte mir einen schwierigen Trail ausgedacht. Eventuell zu schwierig, war meine Befürchtung gewesen. Was ich dann am Sonntag den 26. Juni auf der Sherwood Ranch erlebte, beeindruckte mich schwer. Keiner hatte größere Probleme, was sich in zweistelligen Penalties oder Zerstörungen von Hindernissen ausgedrückt hätte.
Doch, liebe Freunde, lasst mich die Geschichte von Anfang an erzählen.
Am 26. Juni fand unser Versatility Ranch Horse Turnier statt.  8 Teilnehmer hatten sich gemeldet. Und beinahe wäre es auch noch ins Wasser gefallen, weil die Richterin kurzfristig erkrankt war. Zum Glück sprang jedoch die tapfere Nadine Hartmann in die Presche und das Turnier konnte beginnen.
Um 10 Uhr starteten wir mit Ranch Cutting. Gerichtet wurde gleich nach den neuen AQHA Regeln, die besagen, dass Ranch Cutting genauso abläuft wie normales (NCHA) Cutting. Also kein Pen und keine nummerierten Rinder.  Das ist eine gute Sache, vor allem für den Veranstalter, weil Rinder markieren ist nämlich gar nicht so einfach. Wer’s nicht glaubt, kann‘s ja mal versuchen.
Gleich im Anschluss ging es zur Working Ranch Horse, der Königsdiziplin im Versatility Ranch Horse. 6 Minuten standen für die drei Teilaufgaben, Drywork, Fencework und Roping, zur Verfügung. Da hieß es Gas geben, sonst kommt was zu kurz. Working Ranch Horse ist eben nix für Langsame.
Nach so viel Rinderarbeit waren alle hungrig und es war gut, dass die nächste Disziplin Mittagessen hieß. Genauer gesagt :„Schweinsbraten-mit-Knödel-essen“.
Die lange Mittagspause bis 14:30 Uhr tat gut und wir ließen uns die ersten zaghaften Sonnenstrahlen des Tages auf unsere gefüllten Bäuche scheinen.
Ranchtrail und Ranchriding sind nach den neuen AQHA-Regeln in einer Prüfung kombiniert.  Das heißt, direkt nach dem Trail muss jeder Reiter sofort eine Art Riesen-Horsemanship reiten.  13 Minuten war jeder Reiter im Parkour. 13 Minuten volle Konzentration für Roß und Reiter, das ist nicht ohne. Vakuum-Gefühle im Kopf sind dann keine Seltenheit. Nur gut, dass im Anschluss die eher ruhige Ranch Confirmation anstand. Confirmation ist ja eigentlich ganz entspannend, wenn das Pferd nicht gerade zu entspannt ist und von einer Entspannungshaltung in die andere wechselt oder ständig gähnt.
Zur Nachbesprechung und zur Siegerehrung ging’s zurück ins Reiterstüberl. Jeder bekam eine Schleife und ein paar Bemerkungen von unserer Richterin und der Sieger, der übrigens ich selbst war,  bekam ein tolles Siversmith-Buckle.
Vielen Dank an die Teilnehmer  Karin, Manu, Christine,  Janette, Heike, Sepp, Andreas,  an Nadine Hartmann für den souveränen Richterjob und all die vielen fleißigen Helfer.

Euer Sigi
 

Versatility Ranch Horse Turnier am 26. Juni 2011 auf der Sherwood Ranch

Mittwoch, den 08. Juni 2011 um 20:34 Uhr | Geschrieben von: Siegfried Jahnel | PDF Drucken E-Mail

Howdy Cowgirls und Cowboys,

packt eure Pferde in den Hänger, kommt zur Sherwood Ranch und reitet mit beim

 Versatility Ranch Horse Turnier.

Hier ist die Ausschreibung

 

Am Samstag den 25.Juni findet ein Training statt.

Ergänzung am 20.6.11: Das Training kostet 50 Euro inkl. Cattle Charge

Achtung!!! Änderung des Ablaufs am Sonntag:
9:00 Uhr: Cutting und Working Ranch Horse

Mittagspause

Ranch Trail, Ranch Riding und Ranch Confirmation

Ranch Trail und Ranch Riding Patter: hier

Working Ranch Horse Patter : EWU Working Cow Horse Pattern 10

 

 

Aktualisiert (Mittwoch, den 22. Juni 2011 um 06:43 Uhr)

 

Working Cow Horse –Kurs am 28.10.2010 mit Philipp Martin Haug auf der Sherwood Ranch

Montag, den 10. Januar 2011 um 19:54 Uhr | Geschrieben von: Siegfried Jahnel | PDF Drucken E-Mail


pmh-kurs

Seit Wochen drehte sich auf der Sherwood Ranch alles nur noch um ein Thema: Der Working Ranch Horse Kurs mit Philipp Martin Haug.

Am Freitag, den 28.10.2010 um 20:00 Uhr, war es dann endlich soweit:  Philipp war da, und es ging nach einer kurzen Begrüßung auch gleich zur Sache. 11 Reiter waren wir, aufgeteilt in 2 Gruppen.

Die erste Übung war (eigentlich) ganz einfach: Jog auf einem großen Zirkel, Stopp auf der Hinterhand, Wendung auf der Hinterhand und in die entgegen gesetzte Richtung weiter joggen. „Und das Ganze bitte flott, aber nicht hektisch!“, hatte Philipp  gesagt. „Und noch was: Reitet beidhändig und benutzt zur Wendung den direkten Zügel, nicht den indirekten!“. Allgemeines, großes  Erstaunen.  Den direkten Zügel, sollten wir verwenden, den verbotenen, inneren Zügel? Ich probierte es aus und es ging nicht. Ich kam mir vor, wie mit meinem Dodge Ram in den Gassen von Lissabon: Wenden unmöglich. Der Grund war auch gleich offensichtlich, denn  natürlich hatte ich meinem Leo nach alter Cowboy-Manier eine blanke, starre Kandare zwischen die Zähne geklemmt und die sperrte sich jetzt. Da musste was anderes her - was Bewegliches - ein Billy Allen oder ein Snaffle - und schon ging’s besser und ich konnte während der Wendungen auch nicht mehr so viel Weißes im Auge meines Pferdes sehen.

Den Grund für die etwas ungewohnte Übung konnten wir gleich am nächsten Tag erfahren. Jetzt sollten wir die Turns direkt an der Bande durchführen. So genannte „Fence-Turns“. Ist dabei das Pferd nicht in der Lage, sich wie ein Gummistück zusammen zu knuddeln, muss es seinen Kopf weit hochnehmen und ihn irgendwie oberhalb der Bande herüber wursteln. „Hanging up on the Fence“, nennt man das dann und wird in der Show mit 3 Penalties bestraft. Leo und ich wuchsen über uns hinaus und unsere Fence Turns wurden immer schöner. Manchmal bekamen wir sogar ein Lob von Philipp!

 

Am Samstag Nachmittag, ging es dann an die Rinder. Mit der Herd-Work (nicht zu verwechseln mit der Arbeit am Küchenherd) fingen wir an.  Ein Rind rausholen und verhindern, dass es zurücklaufen kann. Auch hier waren natürlich Turns gefragt. Allerdings hatten wir dabei mehr Platz und es ging etwas einfacher. Die Rinderarbeit machte natürlich wie immer mächtig viel Spaß und die Zeit verging wie im Flug.

Am Abend schauten wir uns gemeinsam ein Lehrvideo zur Fence-Work an und lernten, was der Richter sehen will und was nicht.

Am Sonntag wurden dann die Rinder einzeln in die eiskalte Reithalle geschubst und wir durften Fence-Turns am lebenden Objekt üben. Die Rinder und die Pferde gaben Vollgas, und wir mussten schon alle Muskeln anspannen um im Sattel zu bleiben. Philipp analysierte und kommentierte jedes Manöver und wir wurden immer besser. Sogar mein gemütlicher Leo verwandelte sich in eine „Rennmaschine“ und legte gehörig an Speed zu. Während der Run-downs trieb mir der Reitwind Tränen in die Augen und das machte soooooo viel Spaß!!

Schwuppdiwupps war die Zeit vorbei. Nur gut, dass der nächste Kurs schon geplant ist Cool

Aktualisiert (Donnerstag, den 13. Januar 2011 um 08:25 Uhr)

 

National Versatility Ranch Horse Association of Germany e.V.

Verbandsgründung am 05.03.2010 auf der Sherwoodranch in Niedertaufkirchen-Hinteralbing

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